Das verschwundene Kleid – Oder „Wer probt schon zwei Jahre, wenn es einen Samstag gibt?“

Ein Kommentar zum Auftrittswochenende von Kira Hellmich.

Ungemütlicher Nieselregen umgibt die Stadthalle in der meist grauen (jedoch sich selbst als Europastadt im Grünen bezeichnende) Stadt Castrop-Rauxel. Für das ganze Wochenende ist keine Besserung in Sicht. Ein Wochenende, an dem man sich am liebsten ganz, ganz tief in die eigenen vier Wände verkriecht und alle Fenster schließt. Oder man macht es halt wie wir und verbringt die öden Tage ganz ohne Fenster… hinter der Bühne. Perfektes Timing würde ich sagen. Ok, das ist Quatsch! Wir stecken mitten in einer Pandemie! Aber wie sagt man so schön?! The Show Must Go on!

Und was haben wir uns gefreut! Endlich wieder auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Endlich wieder zeigen was wir können oder halt in meinem Fall abgucken was ich können müsste und blitzschnell kopieren (hier ein Dank schon mal an Maxi, die an diesem Wochenende erstklassige Inklusionshilfe für mich geleistet hat).

Die Proben beginnen pünktlich, zwar ohne Licht, aber dafür mit guter Laune und frisch getesteten Kindern! Prioritäten halt! Marina und Lea völlig entspannt. Vermutlich, weil sie jeweils davon ausgehen, dass die andere alles unter Kontrolle hat. Entdecken wir hier schon das Betriebsgeheimnis?

Wer Lea an diesem Wochenende beobachtet, versteht plötzlich die letzten Wochen. All die Fitness, all das Training… alles für diesen Samstag! Wie ein Flummi springt sie im Publikum höher als jede Tänzerin auf der Bühne und jubelt was das Zeug hält. Ein wenig überkommt mich die Sorge, die Kinder könnten Sonntag enttäuscht sein, wenn das Publikum nicht ähnlich dynamisch reagiert. Naja wird schon…

Marina entspannt wie immer und mit dem spritzigen Pokal in der Hand bekommt man das Gefühl, nichts könne sie an diesem Wochenende aufhalten. Selbst die anfänglich für ekelig empfundene Sherlock-Pfeife, scheint ihr irgendwann zu gefallen. Es würde mich nicht wundern, sie nun häufiger damit im Studio zu sehen. Oder mit der Mütze, während sie „Wind of change“ singt. Apropos „Wind of change“… für Barbara muss das ein sehr bewegendes Wochenende gewesen sein. Wahnsinn was diese Frau hier aufgebaut hat und wie schön, dass es weitergeht!

Die Proben laufen wie geschmiert! Ist das dieser Samstag, von dem alle gesprochen haben? Ja! Und weil wir echte Vollprofis sind, klappt das auch wie geplant. Gut wir hätten beim Dance Hall fast den Tisch vergessen, aber das hat im Studio ohne ja auch super geklappt. Der Hip-Hop Kurs tanzt dann auch das erste Mal mit den handlichen Requisiten, aber hey … Profis!! Dafür konnte in den Trainings davor viel Zeit in kreative Übergänge gesteckt werden. Ne watt sind se über die Bühne geflitzt… und dann der krönende Abschluss: Maxis Interpretation eines nassen Hundes! Toll! Milena absolut zufrieden! Auch der letzte Tanz ne Wucht! Jana ist zwar aufgeregt wie noch nie, schließlich hat sie zwar Erfahrung damit in der ersten Reihe zu tanzen (ich meine da war mal was vor 5 Jahren?!), aber in einem roten Kleid, während die anderen NUR rote Oberteile tragen… das ist auch für sie neu! Annikas bezaubernde Stimme, die ihr noch Mut aus dem Off zuhaucht hilft aber. Eine super Probe! Alle sind bereit für Sonntag.

Sonntag. Gleicher Ort, gleiches scheiß Wetter aber ein Hauch von Bühnennebel, Federboa und Technikerschweiß liegt in der Luft! Es kann losgehen. Das eigentliche Highlight… die Generalprobe mit Improvisationsanteilen. Immer wieder schön. Aber auch die beiden Vorstellungen waren einfach perfekt. Ein toller Tag! Ende!

Natürlich nicht!!!! Wir wären ja nicht die Tanzetage, wenn nicht ungeplante Vorkommnisse, die Shows noch besser machen würden.

Die Hudsons haben es zum Auftritt dann doch auch mal vollständig geschafft und klären noch mal schnell (und vor jedem Durchgang neu), was sie denn gleich noch mal sagen und wer wem Kuchen bringt. Ist auch kompliziert…Lernt ihr mal 3 Sätze! Naja, im Grunde weiß hinterher eh keiner wer von uns wer ist und zur Not schieben wir es auf Jana oder Lea und sagen die sind die Hellmichs… Jackpot!

Nicht zu vergessen ist an diesem Tag natürlich auch Milenas Zopf, den uns der Hausmeister Milensko erst kurz vor dem Auftritt präsentiert. Es lässt die Vermutung aufkommen der Hausmeister bildet in seiner Freizeit Karate Kid aus.

Barbara legt ebenfalls eine heiße Sohle aufs Parkett und besticht durch einen verdammt synchronen Tanz mit ihrem Schatten. Ein eingespieltes Team! Nur eine Sache hätte Barbara anders gemacht: Requisiten sind keine Pausenstühle! Recht hat sie. Aber hätte uns halt auch nicht Maxis Hürdenlauftalent offenbart.

Die Shows laufen hervorragend und die Pandemie rückte für ein paar Stunden in den Hintergrund! Herrlich! Danke dafür! Alles in allem können wir verdammt stolz sein. Ich nehme so viele schöne Erinnerungen mit und habe auch zwei wichtige Dinge gelernt:

  1. Esse während einer Show niemals eine Reiswaffel!
  2. Traue keinem Stuhl!

Liebe Lea, liebe Marina Vielen, vielen Dank für die letztes zwei Jahre, das tolle Wochenende und das Zusammenhalten der Tanzetagenfamilie. Danke, dass ihr den Mut hattet die Tanzetage zu rocken und uns so ein Stück Kindheit bewahrt!

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